Libyenchaos greift auf Nachbarländer über

Hinter den Kulissens Foto.

Die tagelangen Gefechte mit Terroristen an der Grenze zu Libyen befeuern in Tunesien die Angst vor einem Einsickern von IS-Kämpfern.

In den vergangenen Tagen versuchten Terroristen aus Libyen, den Grenzort Ben Gardane nahe der Mittelmeer-Küste zu erstürmen. Die Soldaten brauchten mehrere Tage, um die Attacke zurückzuschlagen. Insgesamt starben mehr als 60 Menschen bei den Kämpfen, unter ihnen mehr als 40 Angreifer, zwölf tunesische Soldaten und mehrere Zivilisten. Der schwerste Grenzzwischenfall seit Jahren befeuert Sorgen, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versucht, sich von Libyen nach Tunesien auszuweiten.

Jetzt plant Tunesien die Errichtung eines elektronischen Systems zur Überwachung der Grenze. Washington werde in den Aufbau des Systems 24,9 Mio. Dollar investieren, teilte die US-Botschaft in Tunesiens Hauptstadt Tunis mit. Libyen galt unter der Gaddafi-Herrschaft – vor der NATO-Intervention – als das sicherste und wohlhabendste Land Afrikas. Heute wird Libyen von verschiedenen islamistischen Terrorgruppen beherrscht, wobei die Bewohner terrorisiert und vertrieben werden. Allein in Tunesien sind über 1,5 Millionen libysche Flüchtlinge registriert. Hunderttausende wagten sogar die gefährliche Reise über das Mittelmeer nach Europa.

Kurz vor Ende seiner Amtszeit hat US-Präsident Barack Obama den Europäern die Schuld für die Libyen-Krise gegeben. In einem Interview mit dem US-Magazin „The Atlantic“ bezeichnete er die Versäumnisse der europäischen Verbündeten als eine der Ursachen für das Chaos in Libyen nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi im Jahr 2011. „Wenn ich zurückblicke und mich frage, was schiefgelaufen ist, dann gibt es Raum für Kritik, weil ich – angesichts ihrer Nähe zu Libyen – mehr Vertrauen in ein stärkeres Engagement der Europäer in der Folge (des NATO-Einsatzes) hatte“, sagte Obama in dem Interview. Quelle:

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