Europas Selbstmord gegenüber der Türkei

Mit der Unterzeichnung des Abkommens mit der Türkei zur Drosselung des Flüchtlingsstroms – das nach dem Völkerrecht im Übrigen gesetzeswidrig ist – hat die Führung der Europäischen Union sich noch ein bisschen mehr auf einen Pakt mit dem Teufel eingelassen. Ein großer Teil der drei Milliarden Euro jährlich, die Ankara bewilligt wurden, wird der Unterstützung der Dschihadisten dienen und folglich die Zahl der Migranten, die vor dem Krieg flüchten, vermehren. Vor allem führen die Europäer durch die Abschaffung der Visa mit der Türkei in den nächsten Monaten den freien Verkehr zwischen den al-Qaida-Lagern in der Türkei und in Brüssel ein. Durch die Zerschlagung der irakischen und syrischen Völker unter dem Druck der Dschihadisten, die sie indirekt finanzieren, und durch die Preisgabe des türkischen Volkes an die Diktatur des Präsidenten Erdoğan bereiten sie das Fundament für eine sehr weitreichende Konfrontation vor, deren Opfer sie selbst sein werden.

JPEG - 40.6 kB
Während der Pressekonferenz vom 18. März 2016 versuchte EU-Präsident Donald Tusk (ein Pole, der die deutschen Interessen vertritt) anscheinend, den Zorn des Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker (ein Luxemburger, der die Interessen der Vereinigten Staaten vertritt) zu besänftigen – zur allergrößten Freude des spöttischen türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu.
© Europäische Union

Die Demokratie ist eine Straßenbahn. Man benutzt sie, um dorthin zu gelangen, wo man hin will, und steigt dann aus.
Recep Tayyip Erdoğan (1996)

Der Europäische Rat hat am 17. und 18. März 2016 einem Plan zugestimmt, der das Problem des massiven Zustroms von Flüchtlingen aus der Türkei lösen soll [1]. Die 28 Staats- und Regierungschefs haben sich in alle Forderungen Ankaras gefügt.

Wir hatten bereits analysiert, wie die Vereinigten Staaten es schaffen, die Ereignisse im Nahen Osten zur Schwächung der Europäischen Union zu benutzen [2]. Zu Beginn der aktuelle….

Kommentare sind geschlossen.