Wer spart, wird gleich mehrfach bestraft

goldAm vergangenen Mittwoch war es mal wieder so weit: Die amerikanische Notenbank Fed entschied sich, praktisch nichts zu entscheiden, also den Leitzins unverändert zu lassen. Folgerichtig fiel der Dollar. Man wolle jedoch am Plan, den Leitzins zu erhöhen, trotzdem festhalten, wurde schnell nachgeschoben, halt nur nicht heute oder morgen. Und weil der Dollar schwach wurde, hieß es am Tag danach, das werde sich doch positiv auf die amerikanischen Exporte auswirken – eine Art Optimismus, wie wir ihn von den USA gewohnt sind.

Wie schaffen es die amerikanischen Geldpolitiker und speziell Fed-Chefin Janet Yellen, trotz ihrer monatelangen Hängepartie mit den Zinsen so optimistisch zu bleiben? Und warum gelingt es EZB-Präsident Mario Draghi nicht, seine Kritiker eines Besseren zu belehren? Die Antworten fallen vielschichtig aus. Das beginnt damit, dass die Zinsen in der Eurozone, zum Beispiel gemessen an den Renditen der Bundesanleihen, derzeit (Stand Freitagsabend) bei Laufzeiten bis zu acht Jahren negativ sind.

Auch die Renditen der Anleihen anderer Euroländer rutschen zunehmend ins Minus. Dagegen sind sie für amerikanische Treasuries durchweg positiv. Eigentlich müssten die negativen Zinsen in Europa den Euro schwächen. Doch des Rätsels….

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