Nach Terroranschlag: Empörung wegen israelfeindlichen-Tweet von Erdogan-Mitarbeiterin

++ Israel gibt Reisewarnung für Türkei heraus ++

Nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul hat eine Mitarbeiterin eines Lokalbüros der Regierungspartei von Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einem israelfeindlichen Tweet für Empörung gesorgt.

Zu dem Angriff, bei dem unter anderen mindestens drei israelische Touristen getötet und mehrere weitere Israelis verletzt wurden, schrieb Irem Aktas auf Twitter: „Ich wünsche mir, dass die israelischen Staatsbürger nicht verwundet, sondern getötet worden wären.“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, seine Regierung habe die politische Führung in Ankara wegen der Aussage kontaktiert. Die türkische Regierung habe versichert, Schritte gegen die Mitarbeiterin zu ergreifen. Türkischen Medienberichten zufolge soll Aktas entlassen werden.

Israelisches Militär in Istanbul eingetroffen

Das israelische Außenministerium bestätigte bislang nur, dass es tote Israelis gebe, äußerte sich aber nicht zu den Zahlen. Die Regierung gab eine Reisewarnung für die Türkei aus. Am Abend machten sich zwei Maschinen des Roten Davidsterns und der Armee auf den Weg nach Istanbul, um die Verletzten nach Israel zur Behandlung zu bringen.

Berlin will Erdogan nicht verärgern

Aus Berlin ruft das Auswärtige Amt Türkei-Reisende lediglich zur „erhöhter Vorsicht“ auf. Nach dem gestrigen Anschlag wurden deutsche Urlauber zudem angeraten, zunächst in ihren Hotels zu bleiben und sich über die Medien und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts informiert zu halten. Eine allgemeine Reisewarnung für die Türkei wird im Auswärtigen Amt bisher vehement abgelehnt. Beobachter vermuten, dass Berlin mit dieser Haltung die getroffenen Vereinbarungen mit Erdogan in der Flüchtlingsfrage nicht gefährden will. Ohne eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts können Urlauber ihre gebuchten Reisen nicht kostenlos umbuchen oder stornieren lassen. Quelle:

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