Brasilien: von der Wirtschafts- zur Staatskrise

Dass Brasilien weit weg ist, bedeutet nicht, dass es eine unbedeutende Bananenrepublik wäre, die für Europa keine Bedeutung hätte. Im Gegenteil, die siebentgrößte Wirtschaftsnation der Welt war lange Zeit der heimliche Hoffnungsträger unter den BRICS, die lange Zeit wiederum der Hoffnungsträger für eine schief liegende Weltwirtschaft waren. Nun leistet sich Brasilien nicht nur die schlimmste Rezession seit den 30er Jahren, sondern auch noch eine Regierungskrise, die zu Gewaltausbrüchen führen kann.

Im vergangenen Jahr schrumpfte die Wirtschaft des 200-Millionen-Einwohner-Staats um 3,8 %, was ein mehr als alarmierender Wert ist. Nun sieht es so aus, als ob dieser Wert mit über 5% im ersten Quartal dieses Jahres nochmals auf ein beängstigendes Maß getoppt wird. Die Arbeitslosigkeitsteigt rapide, ebenso wie die Inflationsrate, die bei über 10% liegt. Der Brasilianische Real hat gegenüber dem US$ binnen eines Jahres 24% verloren. Da nun auch noch diverse Korruptionsskandale hochkochen werden vor lauter Protesten, Angriffen, Gegenangriffen und Intrigen der diversen Interessensgruppen die Tagesgeschäfte und das Regieren vernachlässigt. Damit schwinden die letzte Hoffnungen auf baldige Besserung der Lage, während das Risiko von gewaltsamen Auseinandersetzungen steigt. Für das einfache Volk….

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