Israelisches Militär greift Demonstranten während der Woche der israelischen Apartheid an

Israelisches Militär greift Demonstranten während der Woche der israelischen Apartheid an
Ramallah (Ma’an) – 05.03.2016

Palästinensische und internationale Aktivisten demonstrierten am Freitag mit Märschen im besetzten Westjordanland während der Woche der israelischen Apartheid; israelisches Militär griff mehrere Protestmärsche mit Tränengas und scharfer Munition an und verletzte einen 12-jährigen Jungen.

Zwei Palästinenser (einschl. eines Kindes) wurden von scharfer Munition verletzt, als das israelische Militär den wöchentlichen Protest in Kafr Qaddum im nördlichen Westjordanlandland auflöste.

Der 12-jährige Khalid Murad Shtewei wurde ins rechte Bein geschossen, während Manshhour Jumaa, 45 Jahre alt, in den Oberschenkel geschossen wurde, als er versuchte Shtewei zu retten.

Beide wurden zur Behandlung in das Krankenhaus in Nablus gebracht. […]

Die Videoaufnahme von Qaddum zeigt, wie sich der Junge bemüht aufzustehen, nachdem ihm ins Bein geschossen worden war, und auf Jumaa geschossen wird, als er versucht, Khalid von den Soldaten weg zu tragen. Das Video zeigt später, wie beide Palästinenser in der Ambulanz erste Hilfe erhalten.

In Bilin, einem Dorf im zentralen Westjordanland, litten Demonstranten unter der Einatmung von Tränengas, als das israelische Militär den bekannten wöchentlichen Demonstrationszug des Ortes unterdrückte.

Demonstranten von Bilin schwenkten palästinensische Fahnen, marschierten durch das Dorf und sangen Slogans für die nationale Einheit, die Rechte der Palästinenser und den Boykott Israels anläßlich der Woche der israelischen Apartheid.

Israelische Soldaten jagten Demonstranten zur westlichen Einfahrt in der Dorf und warfen Tränengasgranaten, die die Häuser erreichten und dutzende Kinder, Frauen und ältere Menschen in Mitleidenschaft zogen.

Das israelische Militär setzte auch Drohnen ein, um die Demonstranten zu überwachen und zu fotografieren.

Es ist für das israelische Militär nicht ungewöhnlich, dass sie kleine Überwachungsdrohnen einsetzen, um Proteste im Wetjordanland zu überwachen und Demonstranten zu identifizieren.

2015 sagte der israelische Menschenrechtsanwalt Itay Mack der israelischen Tageszeitung Ha’aretz, das israelische Militär würde die wöchentlichen Proteste nutzen, um eine neue Technologie zu testen.

„Neue Waffen und Sicherheitsvorrichtungen zu testen gehört zu einem größeren Teil der wöchentlichen Proteste – das ist der einzige wirklich logische Grund, den die Israelis bei etwas wählen, was sie ebenso leicht ignorieren könnten“, wurde Mack zitiert.

Der Koordinator des Volkskomitee Bilin Abdullah Abu Rahmeh sagte gegenüber Ma’an, die wöchentlichen Demonstrationszüge und Proteste gegen Israel würden weiter gehen, bis die Besetzung palästinensischen Landes beendet wird.

Am frühen Freitag erlitten zwei Sanitäter des Roten Halbmonds wegen der Einatmung von exzessiv (abgefeuertem) Tränengas, als israelisches Militär in Bethlehem während Zusammenstössen einen Tränengaskanister auf ihre Ambulanz feuerten.

Unterdessen marschierten dutzende Palästinenser und israelische Friedensaktivisten entlang der Route 60 zwischen Beit Jala und Jerusalem und verlangten ein Ende der Besatzung.

Aktivisten hielten Schilder hoch, auf denen zu lesen war: „Genug Gewalt, genug Opfer“ und „Das wird solange nicht enden, bis wir miteinander sprechen“.

2016 jährt sich die Woche der israelischen Apartheid zum 12. Mal in schätzungsweise 200 Städten in der ganzen Welt, mit Veranstaltungen, die die israelische Politik der Diskriminierung der Palästinenser anprangern.

Viele Dörfer im besetzten Westjordanland und in Jerusalem nehmen an den wöchentlichen Freitagsprotesten teil, v.a. in Kafr Qaddum, Bilin, Nabi Saleh, Nilin und al-Masara.

Israelische Streitkräfte sind wiederholt kritisiert worden wegen dem exzessiven Einsatz von Gewalt und tödlichen Mitteln zur Kontrolle von Menschenansammlungen, die oft zum Tod oder zu Verletzungen von Demonstranten führen.

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