Die Zukunftsträume des Pentagon

Mithilfe von Algorithmen nimmt das US-Verteidigungsministerium soziale Bewegungen ins Visier. Deren Aktivitäten sollen vorausberechnet werden, um entsprechend „intervenieren“ zu können. –

Von ANDREAS VON WESTPHALEN, 23. Februar 2016 –

Die CIA tut es. (1) Die NSA tut es. (2) Die Homeland Security tut es. (3) Das Internet möglichst bis in den letzten Winkel durchforsten und die daraus gewonnenen Daten mit hochkomplexen Algorithmen analysieren, um mögliche Terroristen zu identifizieren.

Es kann daher nur wenig verwundern, dass das US-Verteidigungsministerium in diesem Bereich ebenfalls tätig ist. Was aber die minutiöse Recherche des britischen Investigativjournalisten Nafeez Ahmed, der die öffentlichen Ausschreibungen des Pentagons zur Einreichung wissenschaftlicher Projekte durchkämmt hat, zu Tage fördert, offenbart neue Pläne beunruhigenden Ausmaßes und zeigt ein überaus bedenkliches Demokratieverständnis. (4)

Warum wollt Ihr das System verändern?

Die Minerva Initiative, ein Forschungsprogramm, das vom US-Verteidigungsministerium finanziert wird, hat für das Jahr 2016 eine Ausschreibungsliste für wissenschaftliche Forschung zusammengestellt. Das erste Thema lautet: „Identität, Einfluss und Mobilisierung“. (5) Neben der detaillierten Analyse der Gruppenstrukturen und des Informationsflusses interessiert sich das Pentagon für die Beweggründe Einzelner und Gruppen, sich für eine Veränderung einzusetzen, „insbesondere wenn Gewalt angewandt wird“. „Die Forschung soll helfen zu erkennen, wo organisierte Gewalt….

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