Gekaufte Demokratie

Manchmal wundert man sich über den „Qualitätsjournalismus“. Das vom Schweizer Verleger Ringier herausgegebene Magazin Cicero kommt in der aktuellen Ausgabe zu einer überraschenden Einsicht: „Wer Präsident der USA werden will, braucht Geld. Viel Geld. Und die richtigen Freunde. Mit noch mehr Geld.“

Und um zu zeigen, dass man mit der Erkenntnis nicht alleine dasteht, heißt es weiter: „Mittlerweile scheuen sich selbst wirtschaftsliberale Leitmedien wie der Economist nicht, die USA als Geldherrschaft zu bezeichnen, in der die Reichen die politische Macht ausüben.“

Was ist denn da los? Wenn DIE LINKE das sagt, wird das als Anti-Amerikanismus, Neid-Debatte oder Verschwörungstheorie abgekanzelt.

Der Artikel im Cicero schließt mit der Einsicht: „Damit der Staat nicht zum Spielball von Einzelinteressen wird und die Bürger noch ohnmächtiger werden, sind Kontrolle und damit Begrenzung wirtschaftlicher und politischer Macht unerlässlich.“ Aber mit den von der Wirtschaft gesponserten Parteien CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen wird das nicht gehen. Und die neue „Protestpartei“ AFD ist gegen jede Form der Reichensteuer und passt damit hervorragend in ein System, in dem die Reichen regieren.

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