Die ganze Welt schaut auf Erdogan

Hinter den Kulissens Foto.

Wir haben in den letzten Tagen sehr viele Zuschriften von Lesern erhalten, die sich über die aktuelle weltpolitische Lage besorgt zeigen und deshalb fragen, wie wir diese Situation einschätzen.

Wir befinden uns aktuell in einer Phase, wo man das Geschehen noch beeinflussen kann. Die Internationale Gemeinschaft wäre jetzt gefragt, die Türkei und Saudi Arabien davon zu überzeugen, die Souveränität Syriens zu respektieren und zu achten. Sollten die Türkei und Saudi Arabien dennoch beschließen, mit Bodentruppen in Syrien einzumarschieren, würden wir in eine Phase hineintreten, in der sich der Krieg automatisiert. Dann beginnt eine Situation, die brandgefährlich ist – für uns alle! Am gefährlichsten wäre dieses Abenteuer jedoch für die Türken und Saudis selbst. Sie würden sich international noch weiter isolieren. Außerdem wäre ein Krieg gegen die Kurden, die von den USA unterstützt werden, eine rote Linie, die sie überschreiten würden. Wenn die geopolitischen Interessen Washingtons durch diese Regime gestört werden, könnte das heftige Reaktion nach sich ziehen.

Viel schlimmer wären die Reaktionen der Syrer, Iraner, Iraker und Libanesen. Diese Achse wäre in der Lage, in kürzester Zeit militärische Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dann sind da noch die Russen, die den Luftraum beherrschen. Der Einsatz-Radius der russischen S-400-Systeme erstreckt sich sehr weit in den türkischen Luftraum hinein. Wenn in der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik Flugzeuge starten oder landen, dann können sie theoretisch schon von den S-400-Radaren in Latakia für den Abschuss anvisiert werden.

Wenn die Türken und die Saudis also etwas in Syrien erreichen wollen, dann müssten sie diese russische Luftüberlegenheit neutralisieren. Jede Anstrengung in diese Richtung wäre jedoch eine direkte Konfrontation und Kriegserklärung gegen Russland. Wir können eins sicher sagen: Russland wird keine Aggression gegen sich von den Türken und Saudis einfach so hinnehmen. In diesem Fall muss man mit massiven Vergeltungsschlägen rechnen. Die NATO-Länder wollen sich berechtigterweise nicht in dieses Fiasko hineinziehen lassen. Einen NATO-Bündnisfall wird es in diesem Fall auch nicht geben, weil die Türkei zu erst ein anderes Land attackiert.

Unter diesen Gegebenheiten wird es wirklich spannend, ob die Türken und die Saudis sich tatsächlich auf dieses Abenteuer einlassen werden.

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