Daumen drücken für ‚unsere Hillary‘ – wie die ARD über die Vorwahlen in den USA ‚berichtet‘

Fast könnte man meinen, Hillary Clinton sei so eine Art Bayern München im Champions League-Halbfinale 2015 – ein letzter deutscher noch vertretener Verein, dem trotz toller Leistung nach einer hohen Hinspielniederlage das Aus droht und für den man allein schon wegen der nationalen Zugehörigkeit die Daumen drücken muss gegen übermächtige Gegner, denen man nur allzu gerne zuschreibt, dass sie nicht mit lauteren Mitteln kämpfen, es aber auf jeden Fall nicht so verdient haben wie ‚wir‘. – So in etwa der Tenor dessen, was uns die ARD am vergangenen Mittwoch in der 20 Uhr Ausgabe der Tagesschau als ‚Bericht‘ über die Vorwahlen zur US-Präsidentschaft in New Hampshire präsentierten. Von Daniel Grau.

Die als Berichterstattung getarnte Meinungsmache ist beispielhaft und wird uns im kommenden Jahr sicher noch häufiger begegnen: ARD-Nachrichtenchef Gniffke sieht ja nach wie vor kein Problem darin, auch in der Berichterstattung einen ‚klaren journalistischen Kompass‚ zu verwenden. Deshalb lohnt es, den Beitrag einmal unter die Lupe zu nehmen und auf die unterschwellig transportierten und auch die wenig kaschierten Botschaften aufmerksam zu machen.

Hier können Sie den Beitrag der Tagesschau im Original noch einmal anschauen. Er beginnt bei Minute 10:53 und dauert bis 12:53.

Während der von Sprecherin Rakers vorgetragene anmoderierende Text im großen und ganzen noch annehmbar ist, gilt dies für die im Hintergrund eingeblendeten Bilder der Sieger Trump und Sanders schon nicht mehr:

Während Trump als fröhlich lächelnder Sieger abgebildet ist, Daumen hoch, erscheint Sanders als bedrohliche Fratze. Sicher nicht nur eine nachlässig ungünstige Bildauswahl der Tagesschau-Redaktion, sondern schon eine beiläufige Manipulation, wenn man in Augenschein nimmt, was dann folgt. Mehr…

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