Schweizer Arzt sah dem Elend ins Gesicht

Sechs Wochen war er «am Nadelöhr der Balkanroute» an der griechisch-mazedonischen Grenze tätig, wo er Flüchtlinge verarztete.

Während sich andere auf frohe Festtage im Kreise ihrer Familien einstellten, reiste Hausarzt Hansueli Albonico von Langnau BE nach Idomeni. Das ist ein kleiner Ort in Griechenland, am Grenzübergang zu Mazedonien.

Als Albonico dort ankam, prägten «Zelte, Polizisten, Militär und ein Bagger zum Unterpflügen der Abfälle» das Bild. In E-Mails berichtete Albonico aus dem Ort, der kein offizielles Flüchtlingslager ist, in dem sich aber immer wieder massenhaft Flüchtlinge stauen, die hoffen, über Mazedonien weiter Richtung Europa reisen zu ­können.

Es habe sich offensichtlich herum­gesprochen, dass nur noch Afghanen, Iraker und Syrer durchge­lassen würden, schrieb Albonico am 19. Dezember. «Nur noch etwa 60 Busse» seien angekommen und sofort weitergeschleust worden. Es gab Zeiten, gesteht der Arzt rückblickend im Gespräch, da habe er fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen gehabt gegenüber seiner Frau und dem Team in Langnau, die ihn während seiner sechswöchigen Abwesenheit in der eigenen Praxis vertraten.

Er nutzte die Ruhe, um die Infrastruktur zu erkunden, die «Médecins sans Frontières» im Frühling aufgebaut hatten. Albonico war für die….

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