Die privaten Schattenarmeen: wenig Überblick, große Lücken bei der Kontrolle

Transparency Deutschland kritisiert schlecht regulierte Weitergabe von Verantwortung durch den Einsatz von privaten Militär- und Sicherheitsfirmen. Auch Deutschland ist mit im Spiel

Wie viele amerikanische Soldaten sind tatsächlich im Irak, mit einem Aktionsradius, der im Rahmen des „Kampfes gegen den IS“ auch syrisches Territorium einschließt?

Ein Bericht des US-Magazins Daily Beast erhob vergangene Woche Zweifel an der offiziellen Darstellung der Regierung und des Pentagon. Er stützte sich dabei auf statistische Angaben des State Department. Hauptsächlicher Grund für die Ungereimtheiten: die Zahl der private contractors, also Mitglieder von privaten Militär- und Sicherheitsfirmen, die die staatliche Truppe ergänzen. Die offiziellen Zahlen seien falsch, so Daily Beast:

Es fehlen Tausende von Contractors – und etwa 800 Soldaten.

Wer nun versucht, sich anhand des Artikels Überblick zu verschaffen, welche Zahl sich genau hinter den „Tausenden“ verbirgt, wird mit verschiedenen Angaben konfrontiert. Mal ist die Rede von 6.850, aber auch von 1.400, je nach Auftraggeber. Die Unterschiede erklären sich damit, ob die Vertragspartner der privaten Militär- und Sicherheitsfirmen nur im Dienste des Verteidigungsministeriums stehen oder ob alle Regierungsstellen erfasst sind. Im Falle Afghanistans werden übrigens 10.347 private contractors genannt.

Der schwer bewaffnete Wagen einer privaten afghanischen Security Company bei einer Kontrolle in der Wardak Provinz, Afghanistan, 2010. Bild: US-Army/gemeinfrei

Deutlich wird an diesem kleinen Ausschnitt aus der Kriegswirklichkeit, dass die privaten Militär- und Sicherheitsfirmen, abgekürzt PMSC (Private Military and Security Companies), eine Art Schattenarmee sind. Die Öffentlichkeit bekommt davon so gut wie nichts mit. Nicht ihre Einsatzstärke….

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