Palästinensischer Administrativhäftling droht im Hungerstreik zu sterben

Für PalästinenserInnen gilt in der Westbank Militärrecht © Amnesty International, Andrea Bodekull

© Amnesty International, Andrea Bodekull

Seit bald 3 Monaten ist der palästinensische Journalist Muhammed al-Qiq ohne formelle Anklage in israelischer «Administrativhaft». Aus Protest gegen erlittene Folter und Misshandlung ist er am 25. November 2015 in einen Hungerstreik getreten. Gemäss Augenzeugenberichten droht er unmittelbar zu sterben.

Am 4. Februar organisierte die NGO «Physicians for Human Rights – Israel» den Besuch eines unabhängigen Arztes, der, obschon al-Qiq eine Untersuchung verweigerte, Zeichen schwerster Dehydrierung feststellte. Die Ärzte des HaEmek-Spitals in Afula verweigern die Zwangsernährung, nachdem Muhammed al-Qiq zuvor in einem Gefängnisspital während 4 Tagen an sein Bett gefesselt und intravenös ernährt worden war. Das Oberste Gericht Israels «suspendierte» zwar die Haft aus gesundheitlichen Gründen, nicht aber die Anordnung von «Administrativhaft» an sich. Dies hiesse, dass al-Qiq umgehend wieder verhaftet würde, sobald sich sein Gesundheitszustand verbesserte.

Menschenrechtswidrige Administrativhaft

Die – in den besetzten Gebieten für PalästinenserInnen zuständige – Militärjustiz verhängte gegen Muhammed al-Qiq sechs Monate so genannter «Administrativhaft». Die Gründe dafür werden ihm und seinem Anwalt aus Geheimhaltungsgründen nicht genannt, dürften aber mit in den Kontakten al-Qiqs mit der Hamas nahe stehenden….

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