Das Problem ist nicht Griechenland, sondern das Finanzsystem

Wie verrückt die temporäre Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern vom 13. Juli ist, zeigt sich bereits daran, daß der unbezahlbare griechische Schuldenberg, der schon bei über 350 Mrd. Euro und 180% des BIP steht, um weitere 86 Mrd. Euro erhöht wurde. Das Geld soll zurückgezahlt werden, indem man die ohnehin schon ausgeblutete griechische Wirtschaft noch weiter auspreßt.

Helga Zepp-LaRouche bezeichnete den 13. Juli als einen „Tag der Schande“ für Europa und insbesondere für Deutschland, das nun wegen der brutalen Politik Angela Merkels und Wolfgang Schäubles diskreditiert und verhaßt sei. Wolfgang Münchau schrieb in einem Kommentar für Spiegel Online: „Die Bundesregierung hat an einem einzigen Wochenende siebzig Jahre Nachkriegsdiplomatie zunichte gemacht…. Was am Wochenende in Brüssel passierte, war die Rückkehr Europas zurück zu Machtgefügen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, in denen der Stärkere dem Schwächeren seinen Willen aufzwang.“

Der Absturz des griechischen Lebensstandards ist beispiellos, aber die EU behauptet in ihrem Papier, daran seien die Griechen selbst schuld, und lobt ihre eigene angebliche Großzügigkeit. Die Schulden könnten jetzt nur deshalb nicht zurückgezahlt werden, weil die Griechen die Reformen nicht umgesetzt hätten. Wörtlich: „Es gibt ernste Sorgen über die Tragfähigkeit der griechischen Schulden. Dies ist durch die Lockerung der Politik in den letzten 12 Monaten bedingt, was in der jüngsten Verschlechterung des makroökonomischen und finanziellen Binnenumfelds resultierte. Der Euro-Gipfel erinnert….

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