Warum Griechenland nirgendwo austritt

Seit 1980 bieten griechische Inseln die Startrampe für Nato-Einsätze im Mittleren Osten und in Nordafrika. In Washington wächst die Sorge, dass die Europäer übergeordnete Interessen aus den Augen verlieren

Als der Pressesprecher im Weißen Haus, Josh Earnest, Ende Juni vor die Journalisten trat, hatte er drei Mal eine wichtige Botschaft zu verkünden. Ein wirtschaftlich stabiles Europa liege nicht nur im ökonomischen Interesse der USA, es handelt sich sogar um eine Frage der Nationalen Sicherheit. Und er wiederholte es gleich noch ein zweites Mal: „Wir rufen weiterhin alle Seiten zu einer pragmatischen Diskussion auf, denn es ist beides, im wirtschaftlichen Interesse unseres Landes wie auch in unserem breiteren, nationalen Sicherheitsinteresse.“

Nationale Sicherheit. Wenn der Präsident diese Worte ausrufen lässt, erübrigt sich in den USA normalerweise jede weitere Debatte, und zwar parteiübergreifend. „Unsere Interessen rund um den Globus“, wiederholte Josh Earnest zum Dritten, „profitieren sehr deutlich von einem starken und effektiven und eng vereinten Europa“. Dies sei der wichtigste Grund dafür, dass das Finanzministerium der Vereinigten Staaten sich nun intensiver in die Gespräche in Europa einbringt, um in punkto Griechenland eine Vereinbarung zu erreichen, die „in unserem gegenseitigen Interesse“ liegt.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg mit dem griechischen Verteieidgungsminister Kammenos. Bild: Nato

In den Wochen zuvor hatte die griechische Regierungskoalition ganz unterschiedliche Signale in die Welt gesendet. Im Mai besuchte Verteidigungsminister Kammenos (Anel) Washington. Dort schlug er…

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