Countdown in Kurdistan

Hinter den Kulissens Foto.

Ein Thema was in den Medien gern verschwiegen wird, ist die aktuelle Lage in Syrien und das Schicksal verschiedener Minderheiten in diesem Land. Die von vielen Staaten heimlich unterstützten IS-Terroristen haben bereits weite Teile des Landes erobert und terrorisieren immer mehr Menschen in diesem Land. Die Christen flüchteten weitgehend in die Küstengebiete, die von syrischen Regierungstruppen gehalten werden. Weil sie von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen werden, ist der Zuspruch in der syrischen Bevölkerung für Assad überraschend stark gestiegen. Fällt Assad, werden viele Millionen Menschen von den fanatischen IS- oder Al-Nusra Terroristen abgeschlachtet. Das wissen die meisten Syrer und Stärken ihrem Präsidenten deswegen immer mehr den Rücken.

Im Norden Syriens kämpfen überwiegend die Kurden ums überleben. Lange Zeit sah es so aus, als würden die IS-Terroristen dieses Volk komplett vertreiben oder massakrieren. Die Verluste waren sehr hoch und schmerzhaft. Als Kobane drohte an die IS zu fallen, weigerte sich die Türkei den Kurden zur Hilfe zu eilen. Nun haben die Kurden weitgehend aus eigener Kraft (+ Assads Luftwaffe & US-Luftwaffe) die IS zurückgeschlagen und immer mehr Gebiete werden von den Kurden erobert. Jetzt plötzlich droht der türkische Präsident Erdogan mit einem Einmarsch in die kurdischen Gebieten – angeblich gegen IS. Die Kurden haben den Braten gerochen und drohen bereits mit Vergeltungsschlägen in türkischen Städten. Nach Meinung der Kurden hat die Türkei ihre Chance bereits bei Kobane vertan und ein Einmarsch in der jetzigen Situation, wo die Kurden das schlimmste überstanden und viele Verluste hinnehmen mussten, wäre nur noch gegen die Kurden gerichtet und nicht gegen IS.

Was steckt hinter den Einmarsch-Plänen Erdogans?

Zum einen das schlechte Abschneiden bei der letzten Parlamentswahl. Erdogans AK-Partei wurde vom Volk abgewählt, sie können nur noch mit einem weiteren möglichen Koalitionspartner eine Regierung stellen. Derzeit haben alle Parteien (CHP, MHP und HDP) eine Zusammenarbeit mit der AKP abgelehnt, solange Erdogan noch im Präsidentenpalast hausiert. Ein Krieg gegen die Kurden, könnte Erdogan Wählerstimmen bei der MHP für sich gewinnen. Möglicherweise strebt Erdogan gezielt Neuwahlen an.

Der andere Grund für Erdogans plötzliche Nervosität in der Syrien-Frage könnte auch mit dem Atomstreit zwischen dem Iran und den Westen zu tun haben. In den nächsten Tagen oder Wochen wird der Atomstreit gelöst sein, der Iran könnte wieder ein akzeptabler Partner im Westen sein. Die iranische Führung wartet nur auf diesen Moment und will sich danach sofort in Syrien aktiv einmischen.

Derzeit werden iranische, irakische und libanesische Truppen zusammengezogen, die in Syrien und Irak für Klarheit sorgen sollen und die IS-Terroristen ein für alle Mal ausschalten sollen. Hinter den Kulissen haben die Iraner, Syrer und Kurden ein Deal ausgehandelt: Die Kurden werden von nun an mit schweren Waffen beliefert und sie bekommen die Aufgabe die syrisch-türkische sowie die irakisch-türkische Grenze zu sichern, damit keine Terroristen mehr über die Türkei einsickern können und allgemein Nachschub für die IS gestoppt wird. Die Türkei wäre von da an komplett auf dem Landweg von der arabischen Welt abgeschnitten sein! Für die türkische Wirtschaft könnte das unabsehbare Folgen haben und die Außenpolitik endgültig zum Desaster führen. Noch viel schlimmer wäre aber, dass die Kurden sich gestärkt sehen und auch in der Türkei eine Autonomie fordern könnten. Via Facebook….

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